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KI-Sichtbarkeits-Score: Was der Wert von 0 bis 100 aussagt – und was nicht
3. Oktober 2026 · KI-Sichtbarkeitsanalyse Redaktion · Aktualisiert am 3. Oktober 2026

Wer seine Website auf KI-Sichtbarkeit prüft, bekommt am Ende meist eine einzige Zahl. Die ist praktisch, weil sie Fortschritt sichtbar macht. Sie ist aber nur so viel wert wie das Verständnis dafür, was in ihr steckt. Dieser Artikel legt offen, wie unser KI-Sichtbarkeits-Score berechnet wird, wie Sie ihn lesen sollten und wo seine Grenzen liegen.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Score bewertet die Voraussetzungen auf Ihrer Website, nicht die Zahl Ihrer Erwähnungen in ChatGPT oder Google KI.
- Er setzt sich aus sechs gewichteten Bausteinen zusammen, die alle aus öffentlich abrufbaren Website-Signalen berechnet werden.
- Entscheidend ist nicht der Gesamtwert, sondern die schwächste Teilbewertung – dort liegt der größte Hebel.
- Scores verschiedener Anbieter messen Unterschiedliches und sind nicht miteinander vergleichbar.
Was der Score misst – und was nicht
Es gibt zwei grundverschiedene Arten von KI-Scores. Die einen zählen, wie oft eine Marke in KI-Antworten auftaucht. Die anderen bewerten, ob eine Website die Voraussetzungen erfüllt, um überhaupt genannt zu werden. Unser Score gehört zur zweiten Art.
Das hat einen praktischen Grund: KI-Antworten schwanken stark. In einer Studie der Universität St. Gallen wechselten rund 65 % der zitierten Quellen von einem Tag zum nächsten; die Autoren empfehlen, Sichtbarkeit als Verteilung über viele Durchläufe zu berichten statt als einzelne Zahl (arXiv:2604.07585). Die Signale Ihrer Website dagegen sind stabil, reproduzierbar und vollständig in Ihrer Hand. Auf sie bezieht sich der Score.
Für die Berechnung ruft die Analyse Ihre Startseite und bis zu sieben weitere wichtige Unterseiten ab – etwa Leistungen, Über uns, Kontakt oder Wissensseiten. Zusätzlich prüft sie robots.txt, XML-Sitemap und llms.txt.
Die sechs Bausteine und ihre Gewichtung
So setzt sich der Gesamtwert zusammen
Technisches Fundament (20 %): Ist die Startseite erreichbar? Gibt es einen Seitentitel, eine Meta-Beschreibung und eine H1? Sind Canonical-URL, Open-Graph-Daten und Sprachangabe gesetzt? Blockiert ein noindex die Seite? Gibt es robots.txt und eine XML-Sitemap? Diese Punkte entscheiden, ob Such- und KI-Systeme Ihre Seiten überhaupt sauber erfassen.
Inhaltstiefe (15 %): Wie viel lesbarer Text steht auf den geprüften Seiten? Gibt es mehrere Unterseiten, eine sinnvolle Gliederung mit Zwischenüberschriften und Inhalte zu Leistungen sowie zu häufigen Fragen? Dünne Websites liefern KI-Systemen schlicht zu wenig, das sie zitieren könnten.
Entitäts-Vertrauen (15 %): Ist erkennbar, wer hinter der Website steht? Bewertet werden Experten- und Teamhinweise, Telefonnummer, Adresse, Referenzen oder Bewertungen, Ansprechpartner und strukturierte Daten nach schema.org. Diese Signale helfen Systemen, Ihr Unternehmen eindeutig zuzuordnen.
Lokale Signale (15 %): Für regional tätige Unternehmen zählt, ob Adresse, Telefon, Öffnungszeiten oder Anfahrt, LocalBusiness-Markup und regionale Bezüge vorhanden sind. Für reine Online-Anbieter ist dieser Baustein weniger aussagekräftig – das sollten Sie beim Lesen berücksichtigen.
KI-Zitierfähigkeit (25 %): Dieser Baustein wird nicht separat gemessen, sondern aus den anderen abgeleitet: zu 35 % aus der Inhaltstiefe, zu 30 % aus dem Entitäts-Vertrauen, zu 25 % aus dem technischen Fundament und zu 10 % aus den lokalen Signalen. Er bildet ab, ob Ihre Inhalte als belastbare Quelle taugen – und erhält deshalb das höchste Gewicht.
Wettbewerbsrisiko (10 %): Ohne konkrete Wettbewerbsdaten fließt hier ein neutraler Schätzwert ein. Der Baustein bewegt den Gesamtwert deshalb nur um wenige Punkte. Wir weisen das bewusst offen aus, statt eine Genauigkeit vorzutäuschen, die es nicht gibt.
So lesen Sie den Wert richtig
Der Gesamtwert wird in vier Stufen eingeordnet:
- 75 bis 100 – Stark: Die Grundlagen stehen. Jetzt geht es um gezielten Ausbau.
- 55 bis 74 – Solide: Eine brauchbare Basis mit klaren Lücken.
- 40 bis 54 – Verbesserbar: Wichtige Signale fehlen oder sind schwach ausgeprägt.
- 0 bis 39 – Kritisch: KI-Systeme können die Website derzeit nur eingeschränkt verstehen.
Wichtiger als der Gesamtwert ist der Blick auf die Teilbewertungen. Eine Website mit 70 Punkten und einem technischen Fundament von 40 hat ein anderes Problem als eine mit 70 Punkten und schwacher Inhaltstiefe. Beginnen Sie immer beim schwächsten Baustein, denn dort bringt jede Verbesserung am meisten.
Was kein Score leisten kann
Ehrlich gesagt: Kein Score, auch unserer nicht, beantwortet die Frage „Nennt ChatGPT mein Unternehmen?" endgültig. Dafür gibt es mehrere Gründe.
Antworten sind Momentaufnahmen. Eine Untersuchung von SparkToro und Gumshoe ergab, dass die Chance, bei identischer Frage zweimal dieselbe Markenliste zu erhalten, unter 1 zu 100 liegt (Search Engine Journal).
Antworten sind personalisiert. ChatGPT kann einen ungefähren Standort und gespeicherte Informationen nutzen, um Suchanfragen umzuformulieren (OpenAI Help Center).
Nicht alles ist im HTML sichtbar. Unsere Analyse liest die Inhalte, die Ihr Server ausliefert. Inhalte, die erst per JavaScript im Browser nachgeladen werden, erfasst sie nur eingeschränkt. Auch Faktoren außerhalb Ihrer Website – Erwähnungen in Medien, Verzeichnissen oder Bewertungsportalen – fließen nicht in den Score ein.
Scores sind nicht vergleichbar. Jedes Tool misst etwas anderes. Ein Wert von 60 bei uns und ein Wert von 60 bei einem anderen Anbieter bedeuten nicht dasselbe. Vergleichen Sie deshalb immer nur Werte desselben Tools über die Zeit.
So nutzen Sie den Score sinnvoll
- Als Ausgangswert: Prüfen Sie Ihre Website einmal und notieren Sie Gesamtwert und Teilbewertungen.
- Als Prioritätenliste: Arbeiten Sie die Befunde im schwächsten Baustein zuerst ab.
- Als Fortschrittsmesser: Scannen Sie nach Änderungen erneut. Weil der Score auf Website-Signalen beruht, zeigt er Verbesserungen sofort – anders als die schwankenden Antworten der KI-Systeme.
- In Kombination: Ergänzen Sie ihn durch wiederholte Stichproben in KI-Systemen. Wie das geht, beschreibt unser Leitfaden KI-Sichtbarkeit messen.
Fazit
Ein KI-Sichtbarkeits-Score ist kein Versprechen, sondern eine Diagnose. Er zeigt, ob Ihre Website die Grundlagen erfüllt, die KI-Systeme für eine Nennung brauchen – und wo genau es hakt. Richtig gelesen, ist er der schnellste Weg von „Wir wissen nicht, wo wir stehen" zu einer konkreten Liste von Maßnahmen.
Ihren eigenen Wert erhalten Sie mit der kostenlosen KI-Sichtbarkeitsanalyse. Welche Maßnahmen sich danach lohnen, zeigt unser 30-Tage-Plan zur KI-Sichtbarkeit.