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Markenwahrnehmung im KI-Zeitalter: Wie ChatGPT & Co. Ihre Marke sehen
4. Juli 2026 · KI-Sichtbarkeitsanalyse Redaktion · Aktualisiert am 4. Juli 2026
26 % der untersuchten Marken haben null Erwähnungen in Google AI Overviews – trotzdem glauben viele Unternehmen, ihr Markenbild sei allein durch klassisches Reputationsmanagement abgedeckt (Ahrefs, Analyse von 75.000 Marken, Dezember 2025). Wie ChatGPT, Gemini oder Perplexity eine Marke beschreiben, folgt eigenen Regeln – und die weichen oft von dem ab, was Unternehmen über sich selbst glauben.
Das Wichtigste in Kürze
- 26 % der Marken haben null Erwähnungen in Google AI Overviews; Top-Marken erhalten über zehnmal mehr KI-Erwähnungen als der Durchschnitt (Ahrefs, 2025).
- Nur 38 % der in AI Overviews zitierten Seiten stammen aus den klassischen Top-10-Suchergebnissen (Ahrefs, 2026).
- KI-Antworten verändern sich häufig: Der Inhalt wechselt bei wiederholten Anfragen in 70 % der Fälle (Ahrefs).
Wie entsteht Markenwahrnehmung bei KI-Systemen?
Klassische Markenwahrnehmung entsteht über Werbung, Erfahrung, Bewertungen und Mundpropaganda – gemessen über Umfragen und Social-Media-Monitoring. KI-Systeme bilden ihr "Bild" einer Marke anders: aus Web-Erwähnungen, Backlinks, Trainingsdaten und, bei Systemen mit Live-Web-Zugriff, aktuellen Suchergebnissen.
Eine Analyse von 75.000 Marken zeigt, welche Signale dabei am stärksten wirken: YouTube-Erwähnungen korrelieren am stärksten mit KI-Sichtbarkeit (0,737), gefolgt von allgemeinen Web-Erwähnungen der Marke (0,66–0,71). Klassische SEO-Kennzahlen wie Domain-Autorität correlate dagegen nur schwach (0,2–0,3) (Ahrefs, Dezember 2025).
Wie ungleich ist KI-Sichtbarkeit zwischen Marken verteilt?
Sehr ungleich. 26 % der untersuchten Marken kommen in Google AI Overviews überhaupt nicht vor. Marken im obersten Viertel bei Web-Erwähnungen erhalten mehr als zehnmal so viele KI-Erwähnungen wie das nächste Viertel darunter (Ahrefs, 2025) – ein Verstärkungseffekt, bei dem bereits sichtbare Marken zusätzlich profitieren.
Signalstärke für KI-Markensichtbarkeit (Korrelation, Ahrefs)
Zusätzlich stammen nur 38 % der in AI Overviews zitierten Seiten aus den klassischen Top-10-Suchergebnissen – ein deutlicher Rückgang von 76 % im Juli 2025 (Ahrefs, 2026). Gute Google-Rankings garantieren also keine gute KI-Markenwahrnehmung mehr.
Warum ist die Markenbeschreibung durch KI keine feste Größe?
Anders als eine Website, die ein Unternehmen selbst kontrolliert, ist eine KI-Antwort keine feste Beschreibung. Der Inhalt von Google AI Overviews ändert sich bei wiederholten identischen Anfragen in 70 % der Fälle, die zugrunde liegenden Quellen in 46 % der Fälle (Ahrefs, 2025/2026). Markenwahrnehmung durch KI ist damit eher eine Momentaufnahme als ein stabiles Bild – was einmaliges Prüfen wenig aussagekräftig macht.
Unsere Einschätzung: Genau diese Volatilität wird von den meisten Unternehmen unterschätzt. Ein einzelner guter oder schlechter Eindruck bei einer Stichprobe sagt wenig über die tatsächliche KI-Markenwahrnehmung aus – erst wiederholte Prüfungen über Zeit zeigen ein verlässliches Bild.
Wie relevant ist das für deutsche Unternehmen konkret?
41 % der deutschen Unternehmen setzen inzwischen aktiv KI ein, ein Anstieg von 17 % im Vorjahr (Bitkom, 2026). Auf Verbraucherseite nutzen 34 % der Deutschen KI mindestens einmal wöchentlich; unter diesen Nutzern dient ChatGPT bei 71 % als Informationsquelle über Marken, gefolgt von Gemini (50 %), Microsoft Copilot (43 %) und Meta AI (35 %) (Bitkom Research, April 2026).
Vertrauen in diese KI-vermittelten Markeneindrücke entsteht dabei stärker durch eigene Erfahrung als durch bloße Bekanntheit: Wer KI bereits erfolgreich zur Problemlösung genutzt hat, vertraut ihr um 26 bis 46 Prozentpunkte mehr als jemand ohne diese Erfahrung (Edelman Trust Barometer, 2026). Interessant dabei: Nur 18 % der KI-Skeptiker berufen sich auf eine tatsächlich schlechte Erfahrung – die meiste Skepsis ist vorab geprägt, nicht erlebt.
Was bedeutet das für das eigene Markenmanagement?
Klassisches Brand Monitoring – Social Listening, Bewertungsportale, Presseclipping – deckt diesen neuen Kanal nicht ab. Wer wissen will, wie ChatGPT, Gemini oder Perplexity über das eigene Unternehmen sprechen, braucht eine gezielte, wiederholte Prüfung dieser Systeme selbst. Genau das leistet unser KI-Monitoring – im Unterschied zu einmaligen Stichproben, die angesichts der hohen Volatilität wenig aussagekräftig sind. Wie sich diese neue Sichtbarkeitsebene insgesamt einordnet, beschreibt unser Artikel zu digitaler Sichtbarkeit im KI-Zeitalter.
Eine erste Einschätzung liefert eine kostenlose KI-Sichtbarkeitsanalyse, die prüft, wie Ihr Unternehmen aktuell von den wichtigsten KI-Systemen wahrgenommen wird.
Häufige Fragen
Wie unterscheidet sich Markenwahrnehmung bei KI-Systemen von klassischer Markenwahrnehmung?
Klassische Markenwahrnehmung wird über Umfragen und Social-Media-Monitoring erfasst. KI-Systeme wie ChatGPT formen ihr "Bild" einer Marke dagegen aus Web-Erwähnungen, Backlinks und Trainingsdaten – ein Prozess, den Unternehmen kaum direkt beeinflussen und nur indirekt über ihre Web-Präsenz steuern können.
Wie viele Marken werden von KI-Systemen gar nicht erwähnt?
26 % der untersuchten Marken haben null Erwähnungen in Google AI Overviews. Marken im obersten Viertel bei Web-Erwähnungen erhalten mehr als zehnmal so viele KI-Erwähnungen wie das nächste Viertel (Ahrefs, Dezember 2025).
Ist die Markenbeschreibung von KI-Systemen stabil oder verändert sie sich?
Sie verändert sich häufig: Der Inhalt von Google AI Overviews wechselt bei wiederholten Anfragen in 70 % der Fälle, die zitierten Quellen in 46 % der Fälle (Ahrefs, 2025/2026). Markenwahrnehmung durch KI ist damit eher eine Momentaufnahme als ein festes Bild.
Wie finde ich heraus, wie KI-Systeme meine Marke sehen?
Am zuverlässigsten mit einer gezielten Prüfung, die abfragt, wie ChatGPT, Gemini und Perplexity über Ihr Unternehmen sprechen. Eine kostenlose KI-Sichtbarkeitsanalyse liefert dafür einen ersten Anhaltspunkt.
Fazit
Markenwahrnehmung im KI-Zeitalter folgt anderen Regeln als klassisches Brand Monitoring: Sie speist sich aus Web-Erwähnungen statt aus Umfragen, ist ungleich verteilt zugunsten bereits sichtbarer Marken, und verändert sich häufiger, als viele Unternehmen annehmen. Wer sein Markenbild vollständig verstehen will, muss inzwischen auch prüfen, was ChatGPT, Gemini und Perplexity über das eigene Unternehmen sagen – nicht nur, was in klassischen Kanälen sichtbar ist.